Kontrollierter Sichtflug
Der sogenannte kontrollierte Sichtflug wird häufig damit gleichgesetzt, dass der Pilot mit eingeschränkten Instrumenten fliegt. Er fliegt somit nicht über den Autopiloten aber einige Abläufe laufen dennoch automatisiert ab. Dieses ist aber eine Fehleinschätzung. Ein kontrollierter Sichtflug findet ohne automatischen Instrumenteneinsatz statt. Der Pilot fliegt selber. Kontrollierter Sichtflug wird mit CVFR abgekürzt und dieses steht für controlled visual flight rules. Diese Flugtechnik wird normalerweise nur im kontrollierten Lauftraum C oder auch bei Überlandflügen in der Nacht in einem kontrollierten Luftraum eingesetzt. Es gibt auch den unkontrollierten Sichtflug. Hier hat der Pilot freie Hand und kann nach seinen eigenen Einschätzungen fliegen. Ein kontrollierter Sichtflug findet aber nach den Vorgaben der Bodenstation statt. Die Geschwindigkeit, der Kurs und die Höhe werden von der Bodenstation vorgegeben. Dieses ist oft notwendig da der Luftraum überfüllt ist und die Flieger zueinander immer auf Abstand bleiben müssen.
Kontrollierter Sichtflug und die Voraussetzungen
Der Pilot wird wenigstens zehn Stunden praktisch sowie theoretisch geschult. Er muss die Flughöhe auf 100 Fuß exakt einhalten können. Er darf von der vorgegebenen Geschwindigkeit um nicht mehr als zehn Prozent abweichen. Den Kurs muss der Pilot auf fünf Grad genau einhalten können. Zudem benötigen die Piloten ab FL 100 und darüber hinaus das Flugfunkzeugnis Typ 1. Sie müssen den Flugfunk in englischer Sprache beherrschen. Deutsch allein reicht nun nicht mehr aus. Diese Erfordernisse gibt es so bislang nur in Deutschland. Mit der Ausbildung der europäischen Flugausbildung zu einem Privatpiloten sind diese Inhalte nun bereits enthalten und eine spezielle Qualifikation ist nicht mehr erforderlich. Ältere Flugkapitäne können nachgeschult werden. Diese Regelungen sollen bald für Luftsportgeräte Europaweit gelten. Die Piloten können sich noch weiter qualifizieren und ein kontrollierter Sichtflug kann nachts vollzogen werden. (NVFR night) Es muss dann stets ein Flugplan erstellt werden. Um die Flughäfen nachts anfliegen zu dürfen benötigen diese eine Landebahnbefeuerung.
Die Asche und der kontrollierte Sichtflug
Mit dem Vulkanausbruch in Island sind Unmengen an Asche und Gase in die Atmosphäre ausgetreten und diese Aschewolken erreichen Mitteleuropa. Der Flugverkehr wurde somit in weiten Teilen Deutschlands aus Sicherheitsgründen lahm gelegt. Kritiker meinen, dass dieses übertrieben wäre. Schlimmer wäre es jedoch wenn diese Asche Bedrohung nicht ernst genommen werden würde und ein voll besetztes Flugzeug würde abstürzen und die Menschen würden dabei umkommen. Da auch ein kontrollierter Sichtflug durch die Asche erschwert wird haben sich die Sicherheitsexperten dazu durchgerungen die Flüge in weiten Teilen Deutschlands zu streichen. Die Sicherheit von Menschenleben geht vor.