Vulkanausbruch
Zu einem Vulkanausbruch kommt es, wenn sich in einem Hohlraum unter einem Vulkan flüssiges Gestein (das Magma) ansammelt, das dabei Gase bildet und deren Druck eine Stärke erreicht, die in der Lage ist, darüber liegendes erstarrtes Gestein (die Erdkruste) zu sprengen und sich durch den Vulkanschlot als Lava ins Freie zu ergießen. Diese Hohlräume, auch Magnakammern genannt, befinden sich in einer Tiefe von etwa 100 Kilometern unter der Erdoberfläche, wo Temperaturen von ungefähr 900 bis 1500 ° C herrschen.
Arten von Vulkanausbrüchen
Effusiver Vulkanausbruch
Ein effusiver Ausbruch ist das Ausfließen von dünnflüssigem Magma, das sich durch sehr große Hitze im Erdmantel gebildet hat. Das Ausströmen des Lava, erfolgt in der Regel langsam und stellt daher keine allzu große Gefahr für Menschen und Umwelt dar. Vulkane, die effusiv ausbrechen, haben meistens großflächige Krater, die mit Wasser gefüllt sein können.
Explosiver Vulkanausbruch
Zu Beginn eines Ausbruchs erhitzt aufsteigendes Magma die Erdkruste auf der Höhe des Grundwasser- oder Meeresspiegels. Dadurch entstehender Dampf sprengt Kanäle in das erstarrte Gestein unter dem Vulkan, die Lava bahnt sich dann oft über mehrere Stunden hinweg explosionsartig ihren Weg ins Freie.
Pliniaischer Vulkanausbruch
Der pliniaische V., auch als Vesuv-Typ bezeichnet, erfolgt mit heftigen Explosionen. Zähflüssige Lava erstarrt unter dem Vulkanschlot und blockiert den Ausgang ins Freie. Der darunter sich erhöhende Gasdruck sprengt im Verlauf des Vulkanausbruchs dann den Ausgang frei. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 2000 km/h wird die Glutsäule bis in eine Höhe von 30 km geschleudert, Gase und Vulkanasche können darüber hinaus hunderte von Kilometern in die Atmosphäre aufsteigen und riesige Gebiete in der jeweiligen Windrichtung beeinflussen.
Laharischer Vulkanausbruch
Hierbei entsteht eine bis zu 5 Meter hohe Glutlawine aus Magma, überhitzter Asche und Bimsstein, die mit Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h den Vulkan hinab rollt.
Vulkanausbrüche in der jüngeren Vergangenheit
Eyjafjallajökull, Island, 15. April 2010.
Der Gletschervulkan stieß Aschenwolken bis in Höhen von 11 km aus. Menschen kamen dabei unmittelbar nicht zu Schaden.
Montserrat, Karibik, 25. Juni 1997.
Glutlawinen zerstörten mehrere Ortschaften, wobei mindestens 17 Menschen starben. Die Hauptstadt Plymouth der britischen Kronkolonie wurde in den nachfolgenden Wochen durch die Glut- und Schlammlawinen zerstört, etwa zwei Drittel der Insel wurden unbewohnbar.
Pinatubo, Philippinen, Juni 1991.
Hier handelte es sich um den heftigsten Vulkanausbruch im 20. Jahrhundert, mehr als 1.000 Menschen kamen dabei ums Leben.